Rizinusöl - mehr als nur ein Abführmittel

MeaVita Rizinusöl, 100 ml

MeaVita Rizinusöl

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Rizinus Pflanze
Die unverwechselbare Rizinuspflanze gedeiht am besten in tropischen Gefilden und kann dort bis zu 13m hoch werden.

Rizinus ist im Volksmund bekannt als Abführmittel. Es schmeckt bitter, aber das ist ein geringer Preis für die positiven Wirkungen. Es hilft gegen Verstopfung, leitet Giftstoffe aus und reinigt den ganzen Körper. Außerdem hat Rizinus weitere Eigenschaften, die für Medizin, Naturheilkunde und auch die Industrie interessant sind.

Rizinus wird gewerblich überwiegend in Indien angebaut und wächst dort am besten in Gebieten, die ausreichend warm und niederschlagreich sind. Geerntet werden die Samen und aus ihnen wird das Öl gewonnen. Rizinusöl ist in vier verschiedenen Qualitäten zu haben, wobei die reinste Qualität für die Anwendung am menschlichen Körper gedacht ist.

Eigenschaften von Rizinusöl

Der bittere Geschmack geht mit einer zähflüssigen Konsistenz einher. Allerdings härtet das natürliche Öl nicht aus. Es ist nicht wasserlöslich, aber gut mischbar. Diese und andere Eigenschaften führen dazu, dass Rizinusöl auch in der industriellen Anwendung einen wichtigen Platz einnimmt. Hauptbestandteil im Rizinusöl ist die Ricinolsäure. Des Weiteren sind Linolsäure, Ölsäure und andere Säuren sowie Wasser enthalten.

Rizinusöl wird verschiedenen Behandlungen unterzogen, damit es in medizinischen, kosmetischen und industriellen Produkten nützlich mitwirken kann. Um Rizinusöl in einen nutzbringenden Zustand zu versetzen, werden unterschiedliche Verfahren angewendet.

  • Dehydratisierung
  • Sulfonierung
  • alkalische Spaltung
  • pyrolytische Zersetzung
  • Hydrierung
  • Alkoxylierung
  • Veresterung

Welches Verfahren Anwendung findet, hängt davon ab, zu welchem Zweck das Rizinusöl später dienen soll.

Die Rizinuspflanze

Rizinus gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Die Milch befindet sich in den Leitbahnen der Pflanzen. Bricht ein Pflanzenteil ab, tritt an den verletzten Zellen der milchig weiße Saft aus. Der Rizinus nimmt eine Sonderstellung in seiner Gattung ein. Er ist der einzige, der zur Familie der Wolfsmilchgewächse zählt. Natürliche Vorkommen sind in gemäßigten Zonen zu finden.

An idealen Standorten wächst die Pflanze innerhalb eines Jahres zu einem stattlichen Gewächs von 3 m Höhe und 1 m Breite heran. Die Wurzeln sind extrem stark verzweigt, so dass der Rizinus stolz aufgerichtet steht. In tropischen Gefilden verholzt der Rizinus. Dann erreicht er eine Höhe von 8-13 m und wird bis zu 4 m breit. Am besten gedeiht Rizinus bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius und ausreichend Feuchtigkeit. Rizinus toleriert zwar Trockenheit, weil das tief verzweigte Wurzelwerk auch unterirdische Wasserreservoirs anzapfen kann. Ein tiefgründiger, sandig-durchlässiger Boden ist optimal für die Rizinusstaude.

Blätter der Rizinuspflanze

Der Rizinus weist sehr große Laubblätter auf. Sie können einen Durchmesser von 15-45 cm erreichen. Sie verfügen über lange Blattlappen, die eine Färbung zwischen Grün und Purpur annehmen. Die Blattoberfläche glänzt und der Rand ist deutlich eingesägt.

Zwischen August und Oktober eines Jahres blüht der Rizinus. Die Blütenstände sind sehr groß dimensioniert und in Rispen angeordnet. Die Pflanze ist einhäusig (monözisch). Das bedeutet, dass männliche und weibliche Blüten getrennt ausgebildet werden. Gleichzeitig weisen Rizinuspflanzen das Merkmal der Getrenntgeschlechtlichkeit auf. Damit ist botanisch festgelegt, dass Rizinus weibliche und männliche Blüten auf einer einzigen Pflanze hervorbringt. Zum Vergleich: Wird eine Pflanze nichtgetrenntgeschlechtlich bezeichnet, dann befinden sich männliche Pollen und weibliche Pflanzenteile (Stempel) zusammen in einer einzigen Blüte. Das ist zum Beispiel bei Kirschen oder Apfelbäumen der Fall.

Die Blütenstände von Rizinus

Rizinuspflanzen verfügen in der oberen Hälfte der Blütenripse über becherförmige Blüten. Sie sind grüngelb mit stark geröteter Narbe und einer Gesamtlänge von zweieinhalb Zentimeter. In der unteren Hälfte einer Blütenrispe sind die männlichen Blüten angeordnet. Sie zeichnen sich durch zahllose kräftig gelbe Staubbeutel aus. Setzt der Rizinus Samen an, dann entwickeln sich rotbraune Kapseln. Sie weisen drei Fächer auf und sind mit braunen, soften Stacheln besetzt. Dadurch wirken sie wie winzig kleine Igelfrüchte. Die Pflanze ist massenhaft mit diesen Fruchtständen besetzt. Das macht sie optisch unverwechselbar.

Die Kapseln haben eine Form von Bohnen und die Oberfläche ist durchweg marmoriert. Im Volksmund heißen die Samen auch Castorbohnen. Die Schale ist enorm hart und durch einen wurzeligen Fortsatz deutlich sichtbar gekennzeichnet. Dieses Anhängsel ist eine Besonderheit der Wolfsmilchgewächse, zu denen der Rizinus gehört. Im Samen sind fette Öle (maximal 50 %) sowie verschiedene Eiweiße zu finden. Stärke ist hingegen kaum beinhaltet. In der gesamten Pflanze, insbesondere aber in der stacheligen Samenschale, lagert sich das Eiweiß Ricin an. Es ist hochgiftig. Aus diesem Grund ist es ratsam, sorgfältig und vorsichtig mit Rizinus umzugehen.

Standort in Kultur

Wird Rizinus in unseren Breitengraden angebaut, braucht die Pflanze lockere, tiefgründige und nähstoffreiche Böden. Außerdem ist sie ein Anzeiger feuchter Standorten. Entsprechend reichlich muss sie in Kultur gewässert werden. Im heimischen Garten ist der ideale Standort an warmen und sonnigen, gut durchfeuchtet Stellen. Am besten eignet sich das Gewächs als Solitär, denn einerseits ist der Rizinus eine ausnehmend beeindruckende Pflanze und zum anderen verdrängt sie durch ihren starken Wuchs sämtliche Konkurrenz aus dem Bett.

Geschichte des Rizinus

Frühe Aufzeichnungen zum Rizinus stammen aus der Bibel. In der Bibelstelle Jonas 4,6 steht geschrieben, dass vor Jonas Haus ein Kürbis stand. Dieser wurde von einem Wurm gestochen, so dass er verdorrte. Es ist möglich, dass es sich bei dem Wurm um eine Frucht des Rizinusbaumes handelte.

Gesichert ist, dass bereits die Menschen im Altertum um die vielseitige Einsetzbarkeit von Rizinus wussten. Die Ägypter verwendeten es in der Heilkunde als Zusatzstoff in Salben und nutzten es als Brennstoff.

Bereits in der frühen Antike als Abführmittel bekannt

Überlieferungen geben Aufschluss darüber, dass auch das antike Griechenland die Wirksamkeit und das Gefahrenpotenzial von Rizinus kannte. Kultiviert wurde Rizinus bei den Griechen unter der Bezeichnung Kiki. Theophrast titulierte die Pflanze mit dem Begriff Croton. Der Grieche Dioskorides Verwendete die Samen der Rizinuspflanze in der Antike als Abführmittel. Albertus Magnus, gestorben 1280 in Köln, kultivierte den Wunderbaum. So weit hatte  es der Rizinus bereits geschafft.

Das Wissen über die Rizinuspflanze geriet ein wenig in Vergessenheit und die Pflanze führte ein Schattendasein. Mitte des 18. Jahrhunderts entdeckten Heilkundige die Pflanze für ihre Zwecke wieder. Von Westindien aus gelangte Rizinus nach Europa und begründete seinen Siegeszug in der westlichen Welt.

Die jüngere Vergangenheit von Rizinus

In den 1960 er Jahren erreichte die Produktion von Rizinusöl in den vereinigten Staaten, begünstigt durch Subventionen der amerikanischen Regierung, einen Höchststand. Hintergrund war, dass die USA unabhängig von Rohstoffimporten sein wollten. Seit den 1990er Jahren nimmt der Anbau von Rizinus in den vereinigten Staaten keinen nennenswerten Raum mehr ein. Zwar gibt es Anstrengungen, Zwergformen von Rizinus zu züchten, die unter trockenen Bedingungen gedeihen, doch der durchschlagende Erfolg blieb bislang aus. In den 1980er Jahren setzte Costa Rica ein Zuchtprogramm auf, das die maschinelle Erntefähigkeit der Pflanzen verbessern sollte. Ziel war, die Samenkapseln frühzeitig zu öffnen, um das Herunterfallen derselben zu vermeiden. Die Sorte wurde nach Europa verkauft und in Frankreich erstmals 1990 angebaut. Die Hybride H-22, eine Züchtung des israelischen Weizmann-Instituts, ist extrem weit in den Anbauländern verbreitet, die Rizinus noch von Hand ernten.

Wirtschaftsfaktor Rizinus

Der Rizinus entwickelte sich zu einer ökonomisch wertvollen Pflanze. Aus den Samen lässt sich per Kaltpressung Rizinusöl gewinnen. Der Stoff ist unter anderem wichtiger Bestandteil zur Herstellung von Kosmetikartikel. In der Medizin ist Rizinusöl als Abführmittel bekannt. Die Heil- und Pflegewirkung von Rizinus machten sich zuerst die Pharmazeuten zu nutzte.

Der technische Bereich in der Industrie entwickelte Verfahren, die das fette Rizinusöl als Schmierstoff nutzten. Außerdem fand es einen neuen Einsatzbereich als Inhaltsstoff in Farben und Lacken zur Verbesserung der Streichfähigkeit und Haltbarkeit. Der jährliche Verbrauch weltweit wird auf rund 600.000 t geschätzt, wobei ca. 40.000 t in Deutschland nachgefragt werden.

Hochgiftige Rizinuspflanze

Das in den Kapseln enthaltene Eiweiß Rizin wird seit 1962 als chemischer Atem-Kampfstoff geführt. Zerkaut man den Samen, dauert es längstens wenige Tage, bis unangenehme Vergiftungserscheinungen auftreten. Betroffene leiden unter heftiger Übelkeit, blutigen Durchfällen und Krämpfen. Auch Fieber, Atemlähmung und Herzrhythmusstörungen sind Kennzeichen einer Vergiftung mit Rizinus. Eine Menge von 1 µg pro Kilogramm Körpergewicht wirkt bei Menschen tödlich. Bezogen auf einen Erwachsenen sind das in etwa 20 Samen. Das Leben eines Menschen lässt sich nur retten, wenn kurzfristig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Je nach Schweregrad der Vergiftung wird eine Magenspülung durchgeführt oder medizinische Kohle verabreicht. Ohne Gegenmaßnahmen haben Menschen ab der genannten Konzentration keine Überlebenschance.

Zweifelhafter Ruhm: das Regenschirm Attentat

In die jüngere Geschichte ging Rizinus durch das sogenannte Regenschirm Attentat ein. Der bulgarische Schriftsteller Georgi Markow verletzte sich am 07. September 1978 scheinbar zufällig an der Spitze eines Regenschirmes. Auf diese Weise gelangte ein winzig kleines Kügelchen mit einem Durchmesser von weniger als 2 mm in den Oberschenkel des Autors. In der Kugel befand sich Rizinusöl, das mit einer Zuckerlösung umgeben darauf wartete, sich zu entfalten. Die Körpertemperatur des Opfers sorgte dafür, dass sich das Kügelchen auflöste und das Gift sukzessive ausbreiten konnte. Markow starb nur drei Tage nach dem Attentat.

Herkunft, Vorkommen und Verbreitung von Rizinusöl

Der Rizinus stammt aus den Tropen und Subtropen Afrikas. Dort nimmt er die Gestalt eines Baumes an, der bis zu 10 m hoch wird. Das zweite ursprüngliche Herkunftsgebiet befindet sich im Nahen Osten. Inzwischen hat sich der Rizinus auch in Mitteleuropa ausgebreitet. Er lebt vorzugsweise auf sonnigen, warmen Plätzen, die ihm ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stellen. Im mitteleuropäischen Raum ist Rizinus verwildert. Dort ist er auf Schotterflächen und an Wegrändern zu finden. In Mittelmeergebieten wird Rizinus gewerblich angebaut und das Rizinusöl in alle Welt verkauft. Weitere Anbaugebiete sind

  • Indien
  • Brasilien
  • China
  • Äthiopien
  • Paraguay
  • Thailand
  • Vietnam
  • Philippinen
  • Südafrika
  • Angola

Brasilien unterstützt den Anbau von Rizinusöl mit Fördermitteln und steuerlichen Erleichterungen die kleinbäuerliche Produktion soll dadurch angekurbelt werden. Das führende Unternehmen für den Anbau und die Verwertung von Rizinus in Brasilien ist Brasil Ecodiesel. Das Unternehmen ist an der Börse notiert und wird von namhaften Großbanken und potenten Anlegern unterstützt. Weiterer wichtiger Produzent von Rizinusöl in Brasilien ist der halbstaatlich geführte Ölkonzerne Petrobas. Er stellt Biodiesel aus Rizinusöl her und unterhält die erforderlichen Großanlagen an den Standorten

  • Candeias/Bahia
  • Montes Claros/Minas Gerais
  • Quixadá/ Ceará

In den Werken sind viele Hundert Arbeitnehmer beschäftigt, das Unternehmen gilt als wichtiger Arbeitgeber in den genannten Regionen Brasiliens.

Inhaltsstoffe von Rizinusöl

Die Konzentration und Zusammensetzung von Rizinusöl variiert. Sie hängt davon ab, woher die Rohstoffe stammen und in welchen Verfahren sie bearbeitet worden sind sind. Die Giftstoffe Ricin und Ricinin, die in der Pflanze mit 3% und 0,15 % vorhanden sind, sind im Öl nicht enthalten.

Grundsätzlich gilt, dass Rizinusöl bis zu 85 % Ricinolsäure aufweist. Ricinolsäure ist ein Triglycerid, auch Triricinolein genannt. Weiter beinhaltet Rizinusöl Glyceriden diverser C18-Fettsäuren. Dabei handelt es sich um Verbindungen einer einzigen Carboxylgruppe und unterschiedlich langen, fast nur unverzweigten Kohlenwasserstoffketten. Rizinusöl von durchschnittlicher Qualität hat in etwa diese Zusammensetzung von Inhaltsstoffen:

  • 89 % Ricinolsäure
  • 4% Linolsäure
  • 3% Ölsäure
  • 1% Palmitinsäure
  • 1% Stearinsäure
  • 1,5 % Dihydroxystearinsäure, Linolensäure und Eicosensäure
  • 0,5% Wasser und übrige Verunreinigungen

Je nach Qualität variieren die Bestandteile hinsichtlich der Konzentration. Je weniger Verunreinigungen im Rizinusöl zu finden sind, desto höher ist die Qualitätsstufe.

Gewinnung von Rizinusöl

Pro Hektar können bei besten Bodenverhältnissen und optimalem Klima aus gesunden Rizinuspflanzen zwischen 450 und 2.000 kg Öl hergestellt werden. Die Rizinussamen liefern bis zu 50 % Öl, 20 % Proteine und 30 % Zellulose sowie Kohlehydrate, Wasser und Alkaloide. Bei einer Ernte von 250 bis 1800 Samen kommt ein Gewicht von 1 Kilo zusammen. Die Samen werden der Kaltpressung zugeführt. Wird das Öl zu industriellen Zwecken hergestellt, erfährt es eine Erhitzung. Erst danach gelangen die ölhaltigen Kapseln in die Schneckenpresse.

Der Extruder = Schneckenpresse

Extruder sind nach dem Prinzip der Archimedischen Schraube konzipiert. Sie können feste und dickflüssige Substanzen mit enorm hohem Druck pressen. Das Verfahren nennt sich Extrusion. Es gibt Verfahren mit einer, zwei oder mehreren Schneckenwellen. Extruder mit zwei Schnecken verlaufen entweder gleich oder gegenläufig. Gleichläufige Doppelschnecken rotieren in dieselbe Richtung, gegenläufige in die jeweils entgegengesetzte Drehrichtung.

Der Druckaufbau auf die Samen erfolgt durch die Reibung (technisch: Friktion) der rotierenden Masse in der Schnecke. Sie wird gegen die stehende Gehäusewand gepresst. In der Rotation bleibt die Masse zurück und wird von den wendelförmig angeordneten Schneckengängen zum Auslass befördert. Bei dem Verfahren entsteht ein Druck zwischen 10 und 700 bar, je nach Größe und technischer Ausreifung der Anlage. Dabei können faktisch Temperaturen bis 300 °C erreicht werden. Das ist für Rizinusöl nicht immer eine zumutbare Temperatur. Für die Verwendung als medizinisches Produkt hat die Kaltpressung Vorrang, um die hochwertigen Inhaltsstoffe nicht unbrauchbar zu machen. Die zulässige Temperatur bei hochwertigen kaltgepressten Ölen liegt bei maximal 40° Celsius.

Extraktion des Presskuchens

Sind die Samen gepresst, bleibt ein Presskuchen zurück. In diesem befindet sich noch durchschnittlich über 10 % Öl. Dieses Öl wird nicht vernachlässigt, sondern durch Extraktion herausgelöst. Dabei kommen Hexan und Heptan zum Einsatz. Hexan ist eine farblose Flüssigkeit, in erster Linie aus gesättigten Kohlenwasserstoffen bestehend (C6H14). Das Mittel riecht leicht nach Benzin und fungiert als Lösungsmittel. Heptan besteht ebenfalls aus Kohlenwasserstoff in der Summenformel C7H16. Es ist wasserunlöslich, entzündlich und dient ebenfalls als Lösungsmittel für die Reste des Rizinusöls aus dem Presskuchen. Gelegentlich kommen Kombinationslösungsmittel aus Hexan und Heptan zum Einsatz.

Unterschiedliche Qualitäten von Rizinusöl

Das wertvollste und teuerste Rizinusöl ist das kalt gepresste. Bei dem Verfahren gewinnen Hersteller vergleichsweise wenig Öl. Noch teurer ist Bio-Rizinusöl, das aus geschälten Früchten von Pflanzen gewonnen wird, die ohne Einsatz von Pestiziden und Fungiziden abgeerntet werden.

Günstiger und von niederer Qualität sind Rizinusölprodukte, die unter Einsatz höherer Temperatur gewonnen werden. Je höher die Temperatur, desto höher die Ausbeute und geringer der Preis. Allerdings ist die Kombination der Inhaltsstoffe von heiß gepresstem Rizinusöl qualitativ schlechter.

Giftstoffe im Rizinus sind nicht öllöslich

Die Lösungsmittel ziehen das meiste Restöl aus dem Presskuchen, sodass später nur noch ein Prozent Öl im Presskuchen übrig bleibt. Dieser wird zu hochwirksamen Stickstoffdünger weiterverarbeitet und verkauft.

In den Samen sind

  • das hochgiftige Ricin sowie
  • das nicht öllösliches Pyridin-Alkaloid Ricinin

enthalten. Beide Bestandteile finden keinen Eingang ins Rizinusöl, sondern verbleiben im Presskuchen. Der Presskuchen wiederum enthält einige Prozent eines Allergens namens CB-1A. Zwar weist die Masse einen hohen Proteingehalt auf, doch als Tierfutter ist sie in der Rohform nicht geeignet. Allerdings existieren bereits seit den 1960er Jahren Verfahren, um die giftigen und allergieauslösenden Rückstände vollständig aus dem Presskuchen auszulösen, sodass eine gefahrlose Verfütterung an Tiere möglich wird. Thailand hat beispielsweise größere Produktionsstätten errichtet, die aus dem Presskuchen futtertaugliches Material herstellen. Die bei der Ernte übrig bleibenden trockenen Stängel des Rizinus werden gedroht wird. Sie sind als qualitativ hochwertiges Multimaterial im Freiland einsetzbar.

Verfeinerung von frischgepresstem Rizinusöl

Frischgepresstes Rizinusöl lässt sich durch Reinigungsverfahren deutlich verbessern. Ein gängiges Reinigungsverfahren heißt Degumming. Beim Degumming wird dem Rizinusöl ein Anteil von 3-5 % Wasser zugeführt. Das Gemisch wird auf 70-80° erwärmt. Im nächsten Schritt läuft das Öl-Wassergemisch durch eine Zentrifuge. Auf diese Weise werden Proteinreste herausgelöst, die in fein verteilten Dosen (dispergiert) im Öl vorhanden sind.

Rizinusöl neigt zum Emulgieren

Freie Fettsäuren lassen sich mittels alkalischer Lösung aus dem Öl entfernen. Dabei ist besondere Aufmerksamkeit und technische Fertigkeit gefordert. Der Grund ist, dass Rizinusöl dazu neigt, eine Emulsion zu bilden. Eine Emulsion ist ein Gemisch von zwei Flüssigkeiten, die sich eigentlich nicht mischen lassen. Dabei sind extrem feine Tropfen sehr stark miteinander vermengt. Will man dem Rizinusöl freie Fettsäuren entziehen, ist dieser Umstand zu berücksichtigen.

Aufhellen bräunlicher Verfärbungen im Öl

Um dem Rizinusöl eine helle Farbe zu verleihen, wenden Hersteller Tonmineralien oder Aktivkohle an. Die Tonmineralien sind oberflächenaktiv. Beide Zusatzstoffe werden mit dem Öl auf 80° erhitzt und dann ausgefiltert. Falls Rizinusöl unangenehm riecht oder andere nicht erwünschte flüchtige Verbindungen aufweist, wird das Produkt durch den Dünnschichtverdampfer geführt. Dabei wird das Öl in einem dünnen Film unter Vakuumeinfluss kurzfristig auf 230 °C erhitzt. Per Dampfbehandlung lassen sich die nicht erwünschten Inhaltsstoffe entziehen.

Eigenschaften von Rizinusöl

Rizinusöl bringt eine Reihe von individuellen Eigenschaften mit. Es ist gelblich bis farblos und durchsichtig. Von der Konsistenz her ist Rizinusöl dickflüssig. Außerdem hat es entzündliche Eigenschaften, es ist brennbar. Rizinusöl hat einen sehr milden Duft. Es schmeckt bitter, hat aber eine relativ leichte Geschmacksnote. Insgesamt ist der Geschmack unangenehm und das Öl wirkt abführend. Die Dichte von Rizinusöl, also das Verhältnis von Gewichtskraft zu Volumen (auch als spezifisches Gewicht bezeichnet) liegt bei 0,95-0,97. Diese Angabe bezieht sich auf ein Rizinusöl mit höchster Dichte.

Temperaturbereich und Konsistenz von Rizinusöl

Das Produkt erstarrt bei Temperaturen zwischen -10 und -18 °C. Eine weitere Eigenschaft von Rizinusöl ist, dass es sich nicht destillieren lässt. Wird Rizinusöl auf mehr als 250 °C erhitzt, zersetzt es sich. An der Luft wird Rizinusöl dickflüssig, aber es härtet nicht und es bildet sich auch kein Film auf der Oberfläche. Aus diesem Grund wird Rizinusöl als nicht-trocknendes Öl eingestuft.

Löslichkeit und Verseifung von Rizinusöl

Rizinusöl hat ein hohes Gehalt von Hydroxyfettsäuren. Dadurch weist es polare Eigenschaften auf und ist im Unterschied zu anderen Ölen in Ethanol löslich. Allerdings lässt es sich nicht gut mit alipathischen (nicht aromatischen) Kohlenwasserstoffen mischen.

Die Verseifungszahl von Rizinusöl liegt bei 160-168. Die Verseifungszahl bezeichnet, wie viele gebundene und freie Fettsäuren in 1 g eines Stoffes beinhaltet sind. Der Wert gibt an, wie viel Milligramm Lauge erforderlich ist, um die Säuren im Fett zu neutralisieren. Die Angabe ist für die weiterverarbeitende Industrie von Bedeutung. Auch die Hydroxylzahl liegt bei 160-168. Die Hydroxylzahl wird bestimmt, um festzustellen, wie viele Hydroxylgruppen im Öl vorhanden sind. Der Wert ist für die chemische Industrie von Bedeutung.

Qualitätsstufen gemäß ICOA

Aufgrund der Tatsache, dass Rizinusöl als Rohstoff von der chemischen Industrie vielfach eingesetzt wird, ist die Nachfrage groß und die Handelsmenge entsprechend gewaltig. Da es sich um ein Naturprodukt handelt und die weiterverarbeitende Industrie unterschiedlicher Qualitätsstandards benötigt, um ihre Folgeprodukte herzustellen, wird Rizinusöl in vier verschiedenen Qualitäten angeboten. Festgelegt werden die Qualitäten von der International Castor Oil Association (ICOA)

Rizinusöl Arten

Rizinus wird in unterschiedlichen Arten angeboten. Es kommt in diesen Formen vor:

  • unverändert
  • dehydratisiert
  • sulfoniert
  • alkalisch gespalten
  • pyrolytisch zersetzt
  • hydriert
  • alkoxyliert
  • oxidiert
  • verestert

Was sich hinter den einzelnen Begriffen verbirgt, klären die folgenden Erläuterungen.

Rizinusöl in unveränderter Form

Rizinusöl als reines, kaltgepresstes Öl (Ricinus oleum) wird im medizinischen Bereich eingesetzt. Es entfaltet eine abführende Wirkung, weil es vom Darm nicht resorbiert wird. Unverändertes Rizinusöl kommt nicht nur in der Medizin zum Einsatz, sondern findet auch Anwendung zur Herstellung von Cremes, Salben, Lippenstiften, Wimperntusche und Schaumbädern. In der Industrie ist es als Schmierstoff sowie in Lacken zu finden. Reines Rizinusöl liefert ca. 5 % unterschiedliche Hydroxile. Hydroxile umfassen Alkohol und Phenole. Unter anderem aufgrund der Hydroxile, die für die polaren Eigenschaften von Rizinusöl verantwortlich sind, ist es für diverse industrielle Einsatzverfahren zum Korrosionsschutz, zum Beispiel im Baubereich, nutzbar. Rizinusöl kommt in vielen Fällen erst nach mindestens einer chemischen Umarbeitung zur Verwendung.

Dehydratisiertes Rizinusöl

Dehydratisierung bedeutet Abspaltung von Wasser. Um die Abspaltung von Wasser zu erreichen, wird Rizinusöl schwefelsauer katalysiert. Praktisch bedeutet es, dass das Rizinusöl durch den Einsatz von Salzen und Oxiden oxidativ trocknende Eigenschaften erhält. Unverändert bleibt die Estergruppe zum Glycerin.

In Abhängigkeit der Reaktionsbedingungen und der Dauer der katalytischen Behandlung, lassen sich im Verfahren unterschiedliche Qualitäten herstellen. Diese unterscheiden sich in erster Linie durch ihre Viskosität. Das Ergebnis ist ein sogenanntes dehydriertes Rizinusöl. Es ist in seinem Verhalten vergleichbar mit Leinöl und kommt in dieser Form ideal als Bindemittel in Lacken, Farben, Firnis, Linoleum und Druckerschwärze zum Einsatz. Wird das dehydrierte Rizinusöl im Anschluss einer alkalischen Verseifung unterzogen, ergeben sich wertvolle Rohstoffe, die industriell weiterverarbeitet werden können.

Sulfoniertes Rizinusöl

Beim Sulfonieren wird ein Produkt mit Schwefelsäure oder -trioxid behandelt. Bei der Sulfonierung entstehen Schwefelsäureester und zusätzlich Additionsprodukte. Das Ergebnis der Sulfonierung von Rizinusöl heißt Türkischrotöl (Englisch: turkey-red oil). Es beinhaltet zwischen 8 und 5,5 % SO3. die Textilindustrie benutzt Türkischrotöl, um Farbe ins Gewebe einzubringen. Das Hilfsmittel liefert nämlich ausgezeichnete Benetzungseigenschaften und leistet beste Dienste im Emulgierungsprozess.

Verfahren der alkalischen Spaltung

Die Behandlung von Rizinusöl mit Natrium- oder Kaliumhydroxid unter Anwendung hoher Temperaturen führt – in Verbindung mit langkettigen Alkoholen – in Abhängigkeit der Verfahrensbedingungen zu einer Reaktion mit folgenden Ergebnissen:

  • Methylhexylketon
  • Hydroxydecansäure
  • Caprylalkohol
  • Sebacinsäure

Die Stoffe haben für die chemische Industrie als Rohstoffe eine grundlegende Bedeutung. Methylhexylketon heißt auch Butanon. Es handelt sich um eine farblose, sehr bewegliche Flüssigkeit. Sie kommt als Lösungsmittel  für Kunststoffe, Lacke und Harze in Betracht und lässt sich am ehesten mit Aceton vergleichen. Zusätzlich ist es geeignet, Fette und Öle aus Harzen herauszulösen, zu sterilisieren (z. B. in der Medizin) und in Vergällungsprozessen für Ethanol aktiv zu werden. Hydroxydecansäure wirkt antiseptisch und wird beispielsweise in Lippenpflegeprodukten verwendet. Capryalkohol ist ebenfalls Rohstoff unterschiedlicher kosmetischer Produkte und Sebacinsäure ist Rohstoff für Kunststoffe wie Nylon.

Pyrolitisch zersetztes Rizinusöl

Pyrolitische Spaltung bedeutet Spaltung unter Einfluss hoher Temperaturen. Beim Rizinusöl erfolgt das bei einer Temperatur zwischen 350 °C und 460 °C. In der Reaktion ergibt sich Heptaldehyd und Undecensäure. Heptaldehyd ist Zusatzstoff in Lebensmitteln, um Geschmacks- und Geruchsstoffe zu implementieren. Undecensäure ist ein Metallsalz und kommt mit Zink oder Kupfer in der Medizin zum Einsatz. Dort werden Hautkrankheiten wie Pilzinfektion oder Hautparasiten wirksam behandelt.

Über einen anderen Weg der pyrolitischen Zersetzung stellt die Industrie Rohstoffe her, aus denen Polyamid-11 und andere Fasern zur Beschichtung von Kabeln oder Automobilen weiter entwickelt werden können. Die Herstellung von Polyamid -11 ist eine der wichtigsten Einsatzbereiche von pyrolitisch zersetztem Rizinusöl.

Hydriertes Rizinusöl

Um Rizinusöl zu hydrieren, muss Wasserstoff zugeführt werden. Dabei wird die Hydroxgruppe des Rizinusöls nicht zerstört. Das Ergebnis ist eine fettige Masse, die einen Schmelzpunkt bei 86 °C hat. Dieses Produkt nennt sich Triclycerid. Das Produkt ist Basis für Mehrzweckschmierstoffe im Automobilbereich und für Seifen sowie Kosmetikprodukte. Wird Rizinusöl nur teilweise dehydriert, ist der Aufweichungsbereich niedriger. In der Folge eignet es sich auch als Wachs. Insgesamt 10 % des weltweit produzierten Rizinusöls wird zu Schmierstoffen weiterverarbeitet.

Alkoxyliertes Rizinusöl

Alkoxylierung ist die Bildung von Ether (früher als Äther bezeichnet). Die oberflächenaktiven Substanzen, die bei der chemischen Reaktion entstehen, können in der Technik und in der Kosmetik eingesetzt werden. Praktisch lassen sich mit alkoxyliertem Rizinusöl zum Beispiel diese Produkte herstellen:

  • Gleitmittel
  • Hydraulische Flüssigkeiten
  • Ölzusätze
  • Emulgierhilfsmittel

Oxidiertes Rizinusöl

Oxidiert Rizinusöl in Verbindung mit reinem Sauerstoff oder Luft unter Zuhilfenahme von Übergangsmetall-Katalysatoren, entsteht ein Produkt hoher Viskosität. Oxidiertes Rizinusöl dient der Industrie als Weichmacher und kommt daher bei der Herstellung von natürlichem und synthetischem Kautschuk zum Einsatz. Außerdem lässt es sich als Pigmentbenetzungsharz benutzen, sowie als Druckfarbe und Ölzusatz.

Verestertes Rizinusöl

Die Veresterung von Rizinusöl entsteht, wenn Zitronensäure mit ihm poly-kondensiert. Die Carboxylgruppen der Zitronensäure und die Hydroxgruppen des Rizinusöls gehen eine Veresterung ein. Das ist der Grund, warum das Produkt Polyester heißt. Bei der Esterbildung spaltet sich Wasser ab und es ergibt sich ein klebrig-brauner Harz, der nicht wasserlöslich ist.

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Wirkungen und Anwendung von Rizinusöl

Die Bandbreite der nützlichen Wirkungen von Rizinusöl ist recht groß. Verbraucher wenden Rizinusöl in diesen Bereichen an:

Zur Hautpflege und gegen Hautirritationen
  • gegen Pickel, Akne und Narben,
  • zum aktiven Zellschutz (auch als aufbessernder Zusatz bei vorhandenen Produkten)
  • zur Lippenpflege
  • gegen Falten,
  • gegen Pigmentflecken,
  • zur Behandlung kleinerer Hautverletzungen und Schürfwunden,
  • gegen Schuppenflechte, Neurodermitis
Zur Haarpflege
  • für volleres Haar
  • gegen Haarausfall
  • für verstärktes Wimpern- und Augenbrauenwachstum
Zur Anregung der Darmtätigkeit
  • zum Abführen
  • zum Fasten
  • zur Entgiftung
Zur Geburtsunterstützung
  • zur Anregung von Wehen
Zur Schmerzlinderung
  • gegen Arthritisschmerzen

Die hier bereitgestellten Angaben dienen zur grundlegenden Information. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Einschätzung.

Zudem ist in Zeitschriften und im Internet zu lesen, dass Anwender weitere Wirkungen festgestellt haben, die allerdings weniger signifikant sind, als die in der Tabelle genannten. Verbraucher sagen das Rizinusöl

  • allergische Reaktionen minimiert,
  • antidepressiv wirkt,
  • als Schlafmittel funktioniert,
  • Angina und grippale Effekte weniger schwer verlaufen lässt und
  • Gallensteinen vorbeugt.

Die wichtigste Wirkung von Rizinusöl ist sicherlich die Anregung der Darmtätigkeit. In diesem Zusammenhang werden Gifte aus dem Körper ausgeleitet. Mediziner, Heilpraktiker und Laien sind sich einig, dass ein mit Giften belasteter Organismus ein schwaches Immunsystem aufweist je älter ein Mensch wird, desto anfälliger wird er für Krankheiten, die damit zu tun haben. Aus diesem Grund erscheint es sinnvoll, frühzeitig und systematisch Schadstoffe auszuleiten. Rizinusöl ist dafür ein geeignetes Mittel.

Untersuchungen und Studien zu Rizinusöl

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Es gibt nur vereinzelt Studien, Untersuchungen und Versuchsreihen, die Rizinusöl als Gegenstand des Interesses behandeln. Sie beschäftigen sich mit Themen aus der Dermatologie, mit Kosmetik, Geburtshilfe, Darmkrankheiten und Krebs.

Rizinusöl in der Dermatologie und Kosmetik

Eine brasilianische Studie aus dem Jahr 2009 an Affen belegt, dass Polymerimplantate mit Rizinusöl ein biokompatibles Produkt ist, das die Bildung von Haut- und Knochengewebe begünstigt. Eine andere Studie zum Thema Hautverträglichkeit lässt den Schluss zu, dass Rizinusöl generell gut für den Einsatz in kosmetischen Mitteln geeignet ist, solange bestimmte Konzentrationen nicht überschritten werden. Zudem ist der Studie zu entnehmen, dass Patienten mit Berufsdermatosen (beruflich bedingte Hautkrankheiten) positiv auf die Anwendung von Rizinusöl reagierten.

Untersuchungen zu abführenden und wehentreibenden Wirkungen

Im Jahr 2010 erarbeitete Dr. Kaingu Catherine Kaluwa von der Universität in Nairobi eine in vitro Studie, um zu untersuchen, in wieweit Rizinus zur Begleitung von Gebärenden wirksam ist. Dabei befragte die Wissenschaftlerin Geburtshelfer und verabreichte unter anderem Präparate auf Basis von Rizinus. Die Untersuchung legt offen, dass die Rate der Kontraktionen durch die Gabe von Rizinusöl in Kombination mit anderen Wirkstoffen ansteigt.

In jüngster Vergangenheit, nämlich im Jahr 2012, untersuchte Prof. Dr. Stefan Offermanns vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung zusammen mit den Wissenschaftlern Till f. Althoff, Rolf M. Nüsing, Martin Diener und Sorin Tunaru in der Studie Castor oil induces laxation and uterus contraction via ricinoleic acid activating prostaglandin EP3 receptors den wehenfördernden sowie darmanregenden Effekt von Rizinusöl. Die Studie lässt erkennen, dass die verantwortlichen Wirkstoffe im Rizinusöl an den Rezeptor EP3 andocken und die Darm- sowie Wehentätigkeit anregen. Die Forscher schlossen aus den Ergebnissen, dass Rizinusöl über die Darmschleimhaut aufgenommen und vom Körper wirksam genutzt wird. Offermanns ist der Auffassung, dass die Ergebnisse der Tierversuche eine gute Ausgangsbasis sind, um die Verwendung von Rizinusöl in der Medizin langfristig zu etablieren, wie er auf der Internetseite des Max-Planck-Instituts darlegt.

Rizinusöl Mittel zur Darmreinigung vor einer Darmspiegelung (Koloskopie) zu verabreichen wurde ebenfalls untersucht. Laut einer klinischen Studie aus China aus dem Jahr 2009, die an 360 Patienten durchgeführt wurde, konnten bei 90% der behandelten Personen positive Ergebnisse festgestellt werden. Da allerdings der Bericht zur Studie einige eklatante Fehler enthält (es ist zum Beispiel von 300 ml statt von üblichen 30 ml Rizinusöl die Rede), müsste dieser Versuch erneut unter geänderten Rahmenbedingungen durchgeführt werden, um die Richtigkeit zu bestätigen. Das ist bislang nach unseren Recherchen noch nicht geschehen.

Rizinusöl und Krebs

Eine im Jahr 1986 veröffentlichte Untersuchung beschäftigt sich mit der Anti-Tumorwirkung von Lektinen, die aus dem Samen der Rizinuspflanze Ricinus communis gewonnen wurden. Die Laborstudie stellt fest, dass die mit Lektin behandelten Tumorzellen empfindlicher waren, als die nicht behandelten Zellen. Eine prüfbare Wirkung von Ricinus gegen Krebs wurde allerdings bislang noch nicht nachgewiesen.

Die Studien haben aus wissenschaftlicher Sicht nur bedingte Aussagekraft

Die genannten Studien sind entweder nicht an Menschen durchgeführt worden oder sie waren nicht als randomisierte Doppelblindstudie angelegt, sodass die Ergebnisse nur bedingt Rückschlüsse zulassen. Eine Verallgemeinerung ist generell auszuschließen.

Allerdings geben die Untersuchungen Grund zur Annahme, dass die Anwendung von Rizinusöl hinsichtlich des Zellwachstums, beispielsweise in Rahmen der Haar- und Hautpflege, durchaus gute Ergebnisse bringt. Dass Rizinusöl abführend wirkt und Gelenkschmerzen entgegenwirkt ist eine ungesicherte Aussage, die sich auf die persönlichen Erfahrungen von Verbrauchern stützt.

Medizinische Anwendungen von Rizinusöl

Wie auch unter dem Punkt „Untersuchungen und Studien zu Rizinusöl“ nachzulesen, findet Rizinusöl vorrangig zur Anregung der Darm- und Wehentätigkeit Anwendung. Dieser Bereich rührt aus der Volks- und Naturheilkunde. Erste Schritte zur seriösen Etablierung von Rizinusöl in der klassischen Medizin sind bereits gegangen, doch insgesamt ist die Forschung und Entwicklung sehr verhalten und stark ausbaufähig. Medizinisch gesichert sind die genannten Wirkungen nicht.

Rizinusöl als Abführ- und wehenmittel

 

Rizinusöl ist ein altes Hausmittel, um beispielsweise bei Verstopfung für den Abgang der Feststoffe zu sorgen. Pur eingenommen nimmt Rizinusöl Giftstoffe mit und leitet sie über den Darm aus. Da Rizinusöl körpereigene Botenstoffe aktiviert, die die Darm- und Wehentätigkeit anregen, unterstützt es neben seinem darmentleerenden Effekt auch die Einleitung der Geburt.

 

Hilfsstoff für medizinische Anwendungen

 

Rizinusöl wird in raffinierter Form (Ricini oleum) für medizinische und pharmazeutische Produkte eingesetzt. Dann dient es nicht als klassischer Wirkstoff, sondern es werden bestimmte Eigenschaften wie z.B. besserer Haftung, bessere Durchmischung, bessere Transport- oder Leitfähigkeit beansprucht. In erster Linie wird es für die Herstellung von Sexualhormonen sowie für Augentropfen benutzt. Ebenfalls wichtiger Hilfsstoff ist Rizinusöl als Lösungsmittel in diversen Arzneimitteln.

 

Rizinusöl in der Kosmetik

 

Rizinusöl findet als Zusatzstoff in der Kosmetik Eingang. Es ist aufgrund der bezeichneten Eigenschaften Bestandteil in Cremes, Wimpernpflegeprodukten, Haarpflegeprodukten, Stylingmitteln sowie in Badezusätzen.

 

Rizinusöl bei dermatologischen Erkrankungen

 

Ein wichtiges Feld, in dem Rizinusöl in raffinierter Form verwendet wird, ist zur Behandlung von dermatologischen Erkrankungen. Schuppige Haut, Narbengewebe, Alters- und Pigmentflecken lassen sich mit Rizinusöl behandeln. Günstig wirkt sich Rizinusöl als Schutzfilm auf kleine Wunden, Rissen und Fissuren in der Haut aus. Es bewahrt die geschädigte Haut vor Feuchtigkeit und begünstigt so den Heilungsprozess. Auch hier haben unter anderem die Eigenschaften Viskosität und Haftfähigkeit eine übergeordnete Bedeutung.

 

Rizinusöl gegen Hämorrhoiden

 

Durch die gute Tiefenwirkung von Rizinusöl eignet es sich zur Behandlung von Hämorrhoiden. Das Öl dringt in die tiefen Hautschichten ein, erreicht die Zellzwischenräume und sorgt für Elastitzität verhornter und verletzter Zellen.

 

Rizinusöl zur Hautpflege und gegen Hautirritationen

Die Wirkung von Rizinusöl zur Pflege der Haut ist, wie eingangs bereits erwähnt, in Tierversuchen bestätigt worden. Außerdem gibt es zahlreiche persönliche Erfahrungsberichte, die von der Hautverbessernden Wirkung von Rizinusöl zeugen.

Rizinusöl gegen Pickel, Akne und Narben

Rizinusöl eignet sich gut, um Pickel, Akne und Narben zu behandeln. In hochwertigem Rizinusöl ist Ricinolsäure enthalten. Sie ist antiseptisch und entfaltet eine heilende Wirkung. Sie lindert den Juckreiz und entzieht Bakterien und Keimen den Nährboden, der Pickel und Akne begünstigt. Akne ist auch in der heutigen Zeit für viele Betroffene ein echter Makel, den sie verstecken wollen. Umso wichtiger ist es, dieser Hautkrankheit effektiv entgegenzutreten. Mit Rizinusöl kann das auf natürliche Weise gelingen.

Um Akne und Pickel zu behandeln, ist eine zwei bis dreimal wöchentliche Anwendung erforderlich. Rizinusöl hat Lösungsmitteleigenschaften. Das heißt, dass es tief in die Hautstruktur eindringt. Dieser Eigenschaft ist es zu verdanken, dass mit Rizinusöl nicht nur Pickel, Akne oder Pusteln sowie durch Entzündungen entstandene Pickelmale positiv beeinfluss. Auch gröberes Narbengewebe erfährt eine Linderung. Durch das tief eindringende Rizinusöl wird das Narbengewebe weicher und die Haut elastischer. Die Narben treten optisch nicht mehr so stark hervor.

Die richtige Anwendung von Rizinusöl bei Hautirritationen

Die beste Grundlage, um Hautprobleme mit Rizinusöl in den Griff zu bekommen ist, Rizinusöl in Bio Qualität oder mindestens in der besten Qualitätsstufe zu nutzen. Verbraucher achten auf den Zusatz „Kaltpressung“. Für die Hautpflege mischen Betroffene Jojoba-, Mandel- oder Olivenöl zu gleichen Teilen mit Rizinusöl. Die Ölmischung muss gut durchgerührt werden. Danach verteilen Betroffene die Masse großzügig auf die zu behandelnden Hautstellen. Das Öl braucht eine gute Viertelstunde, um tief in die Haut einzudringen und seine Wirkung zu entfalten. Nach Ablauf der 15 Minuten ist das Gesicht mit warmem Wasser ohne Seife zu waschen. Bewährt hat sich ein weicher Waschlappen. Ein vorsichtiges Trockentupfen der Gesichtshaut mit einem sauberen Handtuch unterstützt den Verbleib des Rizinusöls in der Haut. Bei sehr starken Hautirritationen empfiehlt es sich, Rizinusöl unverdünnt mittels getränktem Wattebausch aufzutupfen und einwirken zu lassen.

Rizinusöl zum aktiven Zellschutz

Hochwertiges Rizinusöl aus Kaltpressung schützt aktiv die Zellen. Die Wirkstoffe dringen tief in die Zellschicht ein und stärken diese von innen heraus. Der Effekt sind aufgepolsterte, frisch wirkende Zellen. Trockenheitsschäden verschwinden bei regelmäßiger Anwendung, das Hautbild reguliert sich. Aufgrund der aktiven Zellschutzeigenschaften nutzen Hersteller Rizinusöl, um ihre Pflegeprodukte anzureichern. Als Zusatzstoff in

  • Lippenpflegestiften
  • Faltencremes
  • Mittel gegen Pigmentflecken
  • Produkte gegen Schuppenflechten und Neurodermitis
  • Salben zu Behandlung von kleinen Hautverletzungen (z. B. Schürfwunden)

ist es häufig zu finden. Ist das Öl bereits in Hautpflegeprodukten verarbeiten, lässt es sich oft unkompliziert anwenden. Rizinusöl Zuhause vielfältig verwendbar.

Rizinusöl zur Hautpflege

Eine direkte Behandlung mit reinem Rizinusöl ist selbstverständlich möglich. Äußerlich können Verbraucher sich mit Rizinusöl einreiben, Umschläge anwenden, Wunden versorgen und die Haut auf diese Weise schützen. Dabei ist die Anwendung von kleinen Mengen in Körpertemperatur erfahrungsgemäß am einfachsten. Das Öl wird bei trockener Haut auf die betroffene Hautpartie aufgetragen und eingerieben. Um Umschläge zu verwenden, werden Tücher mit dem Öl getränkt und aufgelegt. Zur Wundversorgung erfolgt das Auftupfen einiger Tropfen auf die Wunde.

Lippenpflege

 

Kommt Rizinusöl in der Lippenpflege zum Einsatz, können mit der Fingerspitze einige Tropfen auf die Lippenpartie gegeben werden. Alternativ sind Lippenpflegestifte erhältlich, die mit Rizinusöl angereichert sind. Diese wenden Verbraucher nach Bedarf mehrmals täglich an. Übrigens gibt es auch Lippenstifte zu kosmetischen Zwecken, in denen Rizinusöl enthalten ist. Sie sorgen nicht nur für einen dekorativen Effekt, sondern pflegen und stärken die Lippen gleichzeitig.

 

Behandlung kleiner Hautverletzungen

 

Da Rizinusöl durch seinen aufpolsternden und regulierenden Effekt für glatte und straffe Haut sorgt, wirkt es sich günstig auf kleinerer Hautverletzungen aus. Oberflächliche Schürfwunden, die nicht allzu tief ins Gewebe reichen, lassen sich mit Rizinusöl positiv beeinflussen. Das Trockenheits- und Spannungsgefühl geht zurück, die Zellen regenerieren sich unter dem günstigen Einfluss von Rizinusöl. Betroffene können Rizinusöl entweder direkt auftragen oder aber auf ein Hautpflegeprodukt zur Behandlung von Schürfwunden zurückgreifen, in dem Rizinusöl verarbeitet ist.

 

Pigmentflecken

 

Kaltgepresstes Rizinusöl auf einen Wattebausch geträufelt und die betroffene Hautpartie aufgetupft sorgt dafür, dass Pigmentflecken zurückgehen. Das Öl durchdringt die Haut bis in tiefere Schichten und schenkt neue Elastizität. Die Verfärbungen treten optisch zurück und die umgebende Haut und die Pigmentflecken gleichen sich farblich ein wenig aneinander an. Die Pigmentflecke verschwinden zwar nicht komplett, aber sie fallen bei regelmäßiger Anwendung mit Rizinusöl nicht mehr so offensichtlich ins Auge.

 

Schuppenflechte und Neurodermitis

 

Schuppenflechte und Neurodermitis sind unter anderem durch stark ausgetrocknete Haut gekennzeichnet. Mit Rizinusöl lässt sich der Trockenheit entgegenwirken, so dass das Spannungsgefühl, das mit Schuppenflechte und Neurodermitis einhergeht, zurückgeht. Auch der Juckreiz nimmt ab. Bewährt hat sich die Anwendung von Umschlägen auf den gespannten und juckenden Hautpartien. Rizinusöl wird handwarm erhitzt, in ein sauberes, fusselfreies Tuch gegeben und auf die Stelle aufgelegt. Um die Wärme zu erhalten, hat sich der Einsatz einer Wärmflasche bewährt. Vorsicht vor zu hohen Temperaturen! Diese beeinträchtigen die Wirksamkeit von Rizinusöl.

Verbraucher werden feststellen, dass sie durch den Kontakt mit Rizinusöl an den Händen eine geschmeidigere Haut bekommen. Die Wirkung hält lange an, denn Rizinusöl bildet einen dünnen Film und schützt die Haut vor Wasser und Schmutz.

 

Falten

 

Rizinusöl gegen Falten kann entweder mit Jojoba- oder Mandelöl vermischt direkt auf die Haut aufgetragen werden. Als Alternative empfiehlt es sich, die vorhandene Gesichtscreme mit Rizinusöl anzureichern. Wichtig ist, dass das vorhandene Hautpflegeprodukt vor der Anwendung hinreichend durchmischt wird. Auf diese Weise verteilt sich das Rizinusöl gleichmäßig in der Gesichtscreme. Morgens und abends aufgetragen polstert dass Rizinusöl die Zellen zweimal täglich auf. Da das Öl tief in die Haut eindringt, ergibt sich der straffende Effekt von innen heraus. Es ist empfehlenswert, regelmäßig zu behandeln, damit die Wirkung anhält.

Rizinusöl als Abführmittel und zur Wehenunterstützung

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Rizinusöl ist ideal, um die Darmtätigkeit anzuregen. Als Abführmittel eignet sich raffiniertes Rizinusöl. Die abführende Wirkung von Rizinusöl entwickelt sich indirekt. So dockt das Öl im Körper an bestimmte Rezeptoren an und aktiviert damit die Synthetisierung körpereigener Stoffe. Damit Rizinusöl diesen Effekt erzielen kann, müssen ganz bestimmte Bedingungen gegeben sein.

Voraussetzungen für die Anwendung von Rizinusöl als Abführ- und Wehenmittel

Um Rizinusöl als Abführmittel oder wen Mittel einzusetzen, müssen Patienten einige Voraussetzungen erfüllen. Diese zeigen sich wie folgt:

  • die Lebergänge müssen frei sein.
  • Die Gallenblase muss frei von Steinen sein. Sind Gallensteine vorhanden, kann es zu schmerzhaften Koliken kommen.
  • Soll Rizinusöl abführen, dürfen Patienten keine Antihistaminika aufgenommen haben.
  • Der Dickdarm darf nicht entzündet sein und es darf auch kein Dickdarm Qatar vorliegen. Ansonsten kann es geschehen, dass durch die zusätzliche Reizung des Dickdarms starke Schmerzen auftreten.
  • Bei starken Blähungen ist die Einnahme von Rizinusöl nicht angezeigt
  • Der Fettstoffwechsel muss gesund und voll funktionsfähig sein. Ansonsten können Bauchspeicheldrüse und Gallenblase nicht korrekt arbeiten.

Betroffene, die keine Gallenblase mehr haben, berichten, dass eine orale Anwendung von Rizinusöl dennoch unproblematisch möglich ist.

Funktionsweise von Rizinusöl als Abführmittel

Aus dem indirekt erzielten Effekt von Rizinusöl lässt sich schließen, dass wiederholte Gaben keine Abschwächung nach sich ziehen, sondern eine Verstärkung stattfindet. Die Wirkung erreicht keinen Gewöhnungseffekt im Körper.

Fette und Öle sind nicht wasserlöslich. Deshalb können Sie in ihrer Form nicht bioverfügbar. Aus diesem Grund ist es nötig, Rizinusöl entsprechend zu bearbeiten. Wenn Fett oder ein fettes Öl durch den Magen geht und im Zwölffingerdarm ankommt, bildet sich in der Darmschleimhaut ein Hormon. Das Hormon gelangt über das Blut zur Bauchspeicheldrüse und zur Gallenblase. In diesen beiden Organen werden Sekrete produziert, die das fette Öl bzw. das Fett in zwei Teile aufspalten, und zwar in Fettsäure bzw. Ölsäure und Glycerin.

Der nächste Schritt, der zur abführenden Wirkung führt ist, dass Rizinusöl – wie sämtliche anderen fetten Öle auch – durch Galle und Pankreassekret zu einer Fettsäure (im Falle von Rizinusöl in Ricinolsäure) und Glycerin aufgespalten wird. Die Ricinolsäure hat die Eigenschaft, die im Dünndarm latent verfügbaren Histamine zu aktivieren. Werden die Histamine in Gang gesetzt, setzt die Darmtätigkeit in Form von Wellen ein (Darmperistaltik). Diese Wellenbewegung befördert den Darminhalt innerhalb kürzester nach draußen. Der abführende Effekt tritt ein.

Zusammenhang von Darmtätigkeit und Wehentätigkeit

In 50-60 % aller Fälle geschieht außerdem Folgendes: Die von der Ricinolsäure aktivierten Histamine veranlassen die Prostaglandinsynthese E2 (PGE2). Prostaglandine sind zentrale Botenstoffe bei der Schmerzentstehung. Das wird in Verbindung mit Wehen ausgenutzt, denn bei der Prostaglandinsynthese können Darm- und Uteruskontraktionen initiiert oder unterstützt werden. Deshalb nutzen Heilkundige Rizinusöl, um Wehen auszulösen und die Geburt einzuleiten.

Die beschriebene Darstellung des Wirkmechanismus von Rizinusöl ist im Wesentlichen Inhalt des bereit zitierten Forschungsprojekts der Max-Plank-Gesellschaft aus dem Jahr 2012.

Die Intensität der Wirkung

Da es aktuell (April 2016) keine zuverlässigen randomisierten Doppelblindstudien und zuverlässigen Versuche mit Probanden unter Anwendung von Rizinusöl gibt, lässt sich die Intensität der Wirkung nur anhand von Erfahrungsberichten einschätzen. Heilpraktiker und Mediziner, die sich mit Rizinusöl als Abführmittel beschäftigt haben, liefern ebenfalls unterschiedliche Aussagen.

Im Buch „Heilkräuter und Arzneipflanzen: Tabellenbuch“ von G. Fischer und E. Krug wird konstatiert, dass Rizinusöl „zu den besten, mildesten und sichersten Abführmittel gehört, das auch in der Kinderpraxis mit Vorliebe verwendet wird.“ Im Buch „Arzneimittelneben- und Wechselwirkungen: Handbuch zur umfassenden und raschen Information für Ärzte und Apotheker“, herausgegeben von H.P.T. Ammon, steht allerdings, dass Rizinusöl „drastisch wirkt“.

So unterschiedlich die beiden Aussagen auch sind, aufgrund der Seriosität der Verfasser und Herausgeber ist davon auszugehen, dass beide Einschätzungen stimmen. Es kommt allerdings darauf an, wie die Ausgangssituation der behandelten Person ist. Während bei dem einen Nutzer Rizinusöl als Abführmittel gut funktioniert und der Abführprozess beschwerdefrei verläuft, kann ein anderer Patient durchaus unter Magenkrämpfen leiden und die Behandlung als unangenehm bis schmerzhaft empfinden. Der Widerspruch löst sich vor der Erklärung auf, dass Patienten mit Giften in Leber und Gallenblase oder Zwölffingerdarm eine eher drastische Wirkung von Rizinusöl zu erwarten haben, während ein Organismus ohne nennenswerte Giftstoffe die Behandlung mit Rizinusöl als sicher und mild empfindet. Warum ist das so?

Folgen von Giften, Schwermetallen und eingelagerten Medikamentenrückständen beim Abführen

Gifte und Ablagerungen wie Schwermetalle oder Wirkstoffkombinationen von aufgenommenen Medikamenten werden im Laufe eines Menschenlebens in der Leber deponiert. Konsumiert eine Person nun Fett oder fettes Öl, das in eine Fettsäure und in Glycerin aufgespalten wird, kommt unter anderem Gallenflüssigkeit zum Einsatz. In dieser befinden sich die in der Leber deponierten Gifte, Schwermetalle und Medikamentenrückstände. Sie werden üblicherweise im Zwölffingerdarm ausgeschieden, im Dünndarm und Dickdarm jedoch wieder aufgenommen und in den Blutkreislauf eingespeist. Über diesen gelangen sie erneut in die Leber. In der Fachsprache nennt man das „enterohepatischer Kreislauf.“

Rizinusöl durchbricht den enterohepatischen Kreislauf

Rizinusöl hat die Eigenschaft, die Histamine im Darm zu aktivierten. Dadurch werden alle genannten Giftstoffe ausgeschieden. Der enterohepatische Kreislauf wird durch die Einnahme von Rizinusöl unterbrochen. Damit nimmt das Rizinusöl die Stellung eines Katalysators ein. Die Menge und die Intensität der über den Darm ausgeschiedenen Giftstoffe bestimmt, wie intensiv der Abführvorgang ausfällt. Werden wenig oder keine Gifte ausgeschieden, ist das Abführen problemlos, werden viele Gifte ausgeschieden, ist das Abführen lang anhaltend, mit Schmerzen verbunden und mühsam. Falls eine hohe Giftausscheidung stattfindet, kann es geschehen, dass es im Analbereich zu stark juckenden oder allergischen Hautreaktion kommt. Um diese Reizung zu lindern, hat sich die Anwendung von Babycreme bewährt. Sobald die Konzentration von Giftstoffen in den Exkrementen weniger wird, gehen die Reizungen im Analbereich zurück.

Dosierung von Rizinusöl als Abführmittel

Da die Wirkung von Rizinusöl stark von dem Giftstoffgehalt im Körper der behandelten Person abhängt, ist einer allgemeingültige Dosierempfehlung nicht möglich. In einschlägiger Fachliteratur von F. v. Bruchhausen „Pharmakotherapie, klinische Pharmakologie“ ist zu lesen, dass Erwachsene mit einer Dosis zwischen 15 und 60 ml, Kinder mit einer Dosis zwischen 5 und 10 ml behandelt werden können.

In der Praxis zeigt sich, dass bei der ersten Anwendung bei Erwachsenen eine Gabe von 30 ml Rizinusöl ein guter Einstieg ist. Je nach Bekömmlichkeit dieser Dosis lässt sie sich schrittweise steigern. Bewährt haben sich Steigerungen in 10-Milliliter-Schritten. Eine Maximalgabe von 60 ml am Tag sollte ausreichen.

In der russischen Volksmedizin finden sich Hinweise darauf, dass pro Kilogramm Körpergewicht 1 ml Rizinusöl geeignet ist. Wichtig ist, Rizinusöl auf nüchternen Magen einzunehmen, um unangenehmen Übelkeit weitestgehend auszuschließen.

Rizinusöl zur Haarpflege

Verbraucher berichten immer wieder, wie gut sich Rizinusöl zu Haarpflege eignet. Gerade gegen brüchiges und sprödes Haar soll es beste Ergebnisse erzielen. Es spendet den Zellen im Haar Feuchtigkeit, es zieht tief in die Haarstruktur ein und überzieht jedes einzelne Haar mit einem Schutzfilm. Das lässt das Haar voller wirken. Zur Anwendung eignen sich zwei Möglichkeiten, wobei das vorherige Ausbürsten der Haare die Wirkung verbessert. Beim Ausbürsten entfernen Anwender vorhandene Rückstände von anderen Haarpflegeprodukten wie Haarspray. Ist das Haar mit anderen Stylingprodukten behandelt, empfiehlt es sich, dass Haar kurz auszuspülen.

Rizinusöl pur oder mit Shampoo anwenden

Eine Möglichkeit, von den positiven Eigenschaften des Rizinusöls zu profitieren ist, einige Tropfen des Produktes in ein Shampoo zu geben. Shampoo und Rizinusöl werden gut miteinander vermischt und das Haar anschließend ausgiebig damit eingeschäumt. Dass Rizinusshampoo sollte gut 5 Minuten einwirken. Danach mit lauwarmem Wasser abspülen. Das Ergebnis sind glänzende Haare, die dick und gepflegt wirken.

Einen deutlich besseren Effekt erzielt Rizinusöl, das als Packung für gut zwei Stunden einwirkt. Hierzu wird das Haar mit Rizinusöl durchtränkt und gekämmt. Durch das Kämmen verteilt sich das Rizinusöl gleichmäßiger in den Haaren. Die Haare werden mit einer Klarsichtfolie um den Kopf gewickelt und mit einem Handtuch fixiert. Das erzeugt Wärme auf Körpertemperatur. Die eingewickelten Haare sollten danach mit einem milden Shampoo auswaschen werden. Höchstens zwei Waschgänge sind zum Entfernen des Rizinusöls empfehlenswert, damit die Kopfhaut nicht irritiert wird.

Kopfhaut mit Rizinusöl behandeln und Haarausfall eindämmen

Manchmal ist ein ausgetrocknete Haarboden Grund, wenn Haare ausfallen. Dann ist eine Behandlung mit Rizinusöl eine gute Option, um den Haarausfall in den Griff zu bekommen. Ein Wattebausch wird mit Rizinusöl getränkt und Scheitel für Scheitel auf die Kopfhaut aufgebracht. Das Rizinusöl sollte nun eine halbe Stunde einwirken, bevor es mit einem sehr milden Shampoo auszuwaschen ist. Zweimal pro Woche angewendet, regeneriert sich die trockene Kopfhaut und der Haarausfall geht zurück. Gleichzeitig erfährt der Haarboden eine pH-Wert-Veränderung und diese ist so günstig, dass die Bildung neuer Haarfollikel angeregt wird. Es kann geschehen, dass durch die mit Rizinusöl behandelte Kopfhaut das Haarwachstum generell angekurbelt wird.

Rizinusöl zur Verstärkung von Wimpern- und Augenbrauenwachstum

Rizinusöl sorgt für einen gesunden Nährboden, beeinflusst den pH-Wert und unterstützt unter bestimmten Umständen das Haarwachstum. Das gilt auch für Augenbrauen und Wimpern. Einige Tropfen qualitativ hochwertigen, kaltgepressten Rizinusöls werden zum Beispiel mit einer sauberen Mascarabürste oder einem Wattestäbchen auf Brauen und Wimpern aufgetragen. Saubere Fingerspitzen oder ein fusselfreies Tuch sind ebenfalls geeignet. Wichtig ist, dass die behandelten Partien komplett von Make-up befreit sind. Das Öl wirkt über Nacht ein. Morgens waschen Anwender die Reste des Rizinusöls mit warmem Wasser ab. Rizinusöl ist verträglich und eignet sich nach Angeben von Anwendern auch für die Wimpernpflege.

Allerdings sollten Personen mit empfindlicher Haut und empfindlichen Schleimhäuten vorsichtig im Umgang sein. Im Vorfeld empfiehlt es sich vorsorglich, die Verträglichkeit des Öls auszuprobieren, bevor das Mittel stundenlang über Nacht einwirkt.

Einnahme von Rizinusöl

Aussagen von Verbrauchern belegen, dass Rizinusöl unangenehm schmeckt. Ebenfalls störend bei der Einnahme von Rizinusöl ist die Konsistenz. Das Öl ist äußerst zähflüssig, auch bei Zimmertemperatur. Weiter stört die meisten Anwender die magenreizende Wirkung. Aus diesem Grund ist zu verstehen, dass die direkte orale Einnahme von Rizinusöl für viele eine so große Hemmschwelle darstellt, dass sie nach Lösungen dafür suchen – oder ganz verzichten.

Praxistipp: kommt nach der Einnahme von Rizinusöl Übelkeit auf, hilft das Lutschen skandierten Ingwers. Auch Ingwerbonbons haben sich bewährt.

Manche probieren die Einnahme zusammen mit Gemüse oder anderen Zusatzstoffen aus. Grundsätzlich ist zu sagen, dass Rizinusöl bei wiederholter Einnahme und starkem Einspeicheln wie ein neutraler Sirup schmeckt. Verbraucher haben verschiedene Möglichkeiten ausprobiert und ihre Erfahrungen dazu kundgetan. Die vorgeschlagenen Einnahmeverfahren sollen die unangenehmen Begleiterscheinungen umgehen oder mildern.

Pure Einnahme per Esslöffel

Bei der puren Einnahme von Rizinusöl per Esslöffel klebt das Öl im Mund- und Rachenraum. Der Geschmack ist bitter und reizt viele zur Übelkeit. Das Verkleben des Mund- und Rachenraums sowie den Brechreiz können Anwender dadurch vermeiden, dass sie das Rizinusöl ausgiebig mit Speichel vermischen. Speichel enthält Lipasen. Diese neutralisieren die Geschmacksstoffe im Rizinusöl. Der Speichel verdünnt die zähe Flüssigkeit. Ein Vorteil, den das langsame Einspeicheln außerdem mitbringt ist, dass auch Schadstoffe zwischen den Zähnen und aus dem Zahnfleisch herausgelöst werden.

Bei der Einnahme per Esslöffel nehmen Anwender eine Dosis Rizinusöl in den Mund und speicheln ihn nach Art des Ölziehens rund 10 Minuten lang ein. Das Öl wird im Mund mithilfe des Speichels vorverdaut. Das Schlucken ist völlig problemlos. Ein Esslöffel fasst etwa 20 ml. Deshalb können Anwender bis zu dreimal 20 ml einnehmen, einspeicheln und schlucken. Es empfiehlt sich vorab, das Fassungsvermögen des Esslöffels auf einer Küchenwaage festzustellen, um nicht versehentlich eine Überdosierung zu erreichen

Die Einnahme von Rizinusöl in mehreren kleinen Portionen hat den Vorzug, dass bei jeder Dosis eine vollständige Aufspaltung des Rizinusöls zu Ricinolsäure und Glycerin erfolgt. Die Wirkungsintensität erreicht damit im Vergleich zu anderen Einnahmeverfahren die höchste Stufe. Die pure Einnahme ist aus genannten Gründen besonders empfehlenswert.

Einnahme mit warmer Flüssigkeit

Die Uniklinik Marburg-Gießen hat empfohlen, dass Rizinusöl in einer halben Tasse angewärmter Milch aufzulösen. Diese Mischung trinken Patienten schluckweise. Ebenfalls hilfreich scheint es zu sein, heißen, schwarzen Kaffee mit Rizinusöl zu vermischen und zu schlucken. Durch die Wärme verändert sich die Konsistenz. Das Rizinusöl wird dünnflüssiger, die Milch bzw. der Kaffee überdeckt den unangenehmen Geschmack zumindest ein wenig.

Einnahme mit kalter Flüssigkeit

Eine andere Variante ist die Vermischung von Rizinusöl mit eisgekühlten Fruchtsaftgetränken wie Orangensaft oder Grapefruitsaft. Rizinusöl und der kalte Saft werden in einen Mixer gefüllt und stark miteinander vermengt. Anwender trinken das Gemisch so schnell wie möglich. Verbraucher berichten davon, dass die Mischung mit eiskaltem Tomatensaft besonders gut funktioniert. Der unangenehme Geschmack des Rizinusöls soll vom Tomatensaft komplett überdeckt werden.

Konzentrierter Alkohol und Rizinusöl

Aus Russland stammt der Tipp, Rizinusöl in Alkohol aufzulösen. Cognac ist dabei das Mittel der Wahl, nicht Wodka. Die Mischung wird so lange umgerührt, bis sich das Rizinusöl im Alkohol komplett aufgelöst hat. Der Alkohol überdeckt den Geschmack des Rizinusöls. Es lässt sich nur vermuten, wie viel des aufgenommenen Alkohols in den Körper gelangen. Die Passage durch den Magen und Darmtrakt erfolgt ziemlich schnell, deshalb ist es recht wahrscheinlich, dass nur ein Teil des Alkohols tatsächlich in den Blutkreislauf gelangt. Für Alkoholiker, Kinder und Menschen mit sensiblem Magen ist diese Art der Einnahme nicht geeignet.

Verhalten nach der Einnahme von Rizinusöl

Unabhängig davon, wie Verbraucher Rizinusöl einnehmen, ist zu erwarten, dass die Gallensekretbildung etwa 15 Minuten nach der Einnahme einsetzt. Hilfreich ist, sich dann eine Wärmflasche auf den Leberbereich zu legen, um die Lebertätigkeit zu unterstützen. Frühestens 2 Stunden nach der Aufnahme des Rizinusöls dürfen Anwender etwas essen. Vertragen Verbraucher das Rizinusöl gut, ist eine Kur mit Rizinusöl einmal pro Monat sinnvoll. Die Intervalle können bei Bedarf stufenweise verkürzt werden, sodass es zu einer wöchentlichen Kur mit Rizinusöl kommen kann.

Vorsicht vor der täglichen Anwendung! Beim Abführen mit Rizinusöl werden Kalium sowie andere Mineralien und Spurenelemente ausgeschieden. Zu häufiges anwenden von Rizinusöl führt zu einer Störung des Elektrolythaushalts.

Industrielle Anwendung von Rizinusöl

Rizinusöl wird in Industrie und Technik in verschiedenen Bereichen eingesetzt. In erster Linie ist es ein Zusatzstoff in Farben und Lacken, dient als Hilfsmittel zum Färben von Textilien, ist wichtiger Trägerstoff mit hervorragenden Haftungseigenschaften auf Metalloberflächen und deshalb als Schmiermittel von Motoren beliebt.

Im Jahr 2005 berichtete das Fachmagazin für die Polyurethanindustrie, dass Rizinusöl ein industriell begehrter Rohstoff ist. Vor dem Hintergrund der explodierenden Preise für Mineralöl orientiert sich die Polyurethanindustrie in alternative Richtungen. Sie sucht nach nachwachsenden Rohstoffen, die Mineralöl im Bereich (synthetische) Polyole ersetzen kann. Ein gangbarer Weg ist die Verkochung von Pflanzenölen, andere industriell geprägte Funktionalisierungen stehen ebenfalls zur Auswahl.

Rizinusöl hat von Natur aus die erforderliche OH-Funktionalität, die für die Industrie von Bedeutung ist. Wird Rizinusöl raffiniert, lässt es sich zu mittleren bis großen Anteilen im Polyol verwenden. Folgende Tabelle von der Firma Alberdingk Boley gibt eine Übersicht über Rizinusölqualitäten und deren Anwendungen im PU-Bereich:

Rizinusöle Eigenschaften Anwendungen
Rizinusöl FSG Standardqualität PU-Gießharze, Kleber, Dichtungsmassen, Coatings, 1K- und 2K-Systeme
Rizinusöl 1. Qualität gemäß DIN55939 Bessere technische Qualität, hellere Farbe und niedrigere Säurezahl wie FSG, speziell mit höherem Anspruch an die Farbe
Rizinusöl PU-Qualität entwässert wie FSG, spezielle Formulierungen, in denen keine Trockenmittel eingesetzt werden können (transparent)
Technisches Rizinusöl low FFA sehr niedrige Säurezahl wie FSG, speziell 2K-Systeme mit langer Topfzeit (z.B. Kleber)
Pharmazeutische Rizinusöl Qualität hellste Qualität mit niedriger Säurezahl, garantiert frei von technischen Kontaminationen Wie FSG, speziell für sensible Anwendungen mit hohem Anspruch an die Reinheit (zum Beispiel medizinische Ausstattung) und/oder Farbe

(Quelle: Firma Alberdingk Boley)

Vorteile von Rizinusöl im Vergleich zu synthetischen Rohstoffen

Rizinusöl bringt eine Reihe von Vorteilen, die die Industrie für sich nutzt. Die wichtigsten Vorteile sind:

  • breiter Temperaturbereich, in dem Rizinusöl flüssig (viskos) ist
  • ungiftig
  • nicht Wasser gefährden
  • biologisch abbaubar
  • in gängigen Verzeichnissen der Industrie gelistet (EINECS, TSCA, DSL u.a.) und somit zugelassen

Im PU Bereich spielt Rizinusöl seine Stärken aus. Es sorgt dafür, dass sich die Polyurethanen vernetzen. Die enthaltenen Fettsäuren liefern die wasserabweisenden Eigenschaften der Produkte. Rizinusöl gilt als Weichmacher, der Harze flexibel macht.

Polyol ist allgemein sehr gut mischbar, wird sogar verwendet, um andere, grundsätzlich nicht mischbaren Polyole, kompatibel zu machen. Dehydratisiertes Rizinusöl wird eingesetzt, um PU-Harzen Flexibilität zu verleihen. Es kommt als „nicht auswandernder“ Weichmacher zum Einsatz. Polymerisiertes Rizinusöl wirkt als Härter von Harzen und liefert lösungsmittelbeständige Eigenschaften.

Unterm Strich ist Rizinusöl für die Industrie nahezu unersetzlich geworden. Es ist ein adäquates Additiv, unverzichtbares Binde- und Lösungsmittel, das synthetisch hergestellten Stoffen viel voraushat.

Rizinusöl Produkte

Rizinusöl ist in Shops online und offline sowie in Apotheken und in einigen Drogerien erhältlich. Kaufen Verbraucher Rizinusöl, das vor ihren Augen in der Apotheke abgefüllt wird, sollten Sie dafür sorgen, dass das Haltbarkeitsdatum auf dem Etikett vermerkt wird. Ein in Apotheken erhältliches Produkt heißt „Caelo Raffiniertes Rizinusöl“. Pro Milliliter entstehen Kosten zwischen 2,50 € und 3,00 €. Günstiger ist die Bestellung eines ganzen Liters. Beim Kauf von Rizinusöl sollten Verbraucher darauf achten, dass das Haltbarkeitsdatum aufgedruckt ist. Der Schraubverschluss muss versiegelt sein. Die übliche Haltbarkeit liegt bei zwei Jahren, wenn das Produkt bei Zimmertemperatur dunkel aufbewahrt wird. Das ist auch der Grund, warum Rizinusöl in der Regel in dunklen Flaschen abgefüllt ist, diese sind lichtundurchlässig.

Rizinus bzw. Rizinusöl wird in diversen Produkten verarbeitet und zum Kauf angeboten. Zu bekommen sind diese Produkte:

Abführkapsel mit Rizinusöl

DOPPELHERZ Abführ-Kapseln Rizinol 1.000 mg, 30 Kapseln, etwa 7 Euro
Abführkapsel Saint Bernard mit nativem Rizinusöl, 120 Kapseln , etwa 8 Euro

100 % naturreines Rizinusöl, kalt gepresst

Rizinusöl, 100% reines kaltgepresstes Öl, 100ml, etwa 3 Euro

Bio Rizinusöl

Bio Rizinusöl, 100% reines kaltgepresstes Öl, organisch zertifiziert, 100ml , etwa 8 Euro

Rizinusöl zur Hautpflege

NCM Rizinusöl zur Hautpflege, 50 ml, etwa 15 Euro
Cotton Tree Wundschutzcreme, enthält Zink und Rizinusöl, etwa 6 Euro

Rizinusöl zur Haarpflege

Rizinusöl, reines Öl zur Haut- und Haarpflege von greenstyle, 500ml, etwa 8 Euro

Samen des Rizinus (Wunderbaum)

Ricinus Wunderbaum, 30 Samen, 4-6 Meter im ersten Jahr, etwa 4 Euro

Hinweis:
rizinus-oel.de

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